Soci­al Media Pro­fi­le, PR Fotos, Bewer­bun­gen, Kon­takt- oder Ser­vice­be­rei­che oder Unter­neh­mens­dar­stel­lung, Por­traits und Por­traitfo­tos sind ein wich­ti­ges  Ele­ment in allen digi­ta­len und klas­si­schen Medi­en. Je nach­dem wel­che Bot­schaft du trans­por­tie­ren möch­test, soll­test du dir vor dem Shoo­ting Gedan­ken machen, wie du “rüber­kom­men” willst. Hier geht es um Wer­te wie Ver­trau­en, Sym­pa­thie, Kom­pe­tenz, Seriö­si­tät, Attrak­ti­vi­tät und evtl. sogar um Con­ver­si­on und Geschäft. Kennt­nis­se des Neu­ro­mar­ke­ting sind an der Stel­le hilf­reich.

Das mensch­li­che Gehirn ist in sei­ner Grund­ein­stel­lung auf Ener­gie­spa­ren pro­gram­miert, denn schliess­lich geht es ums Über­le­ben. Des­halb fal­len Ent­schei­dun­gen meis­tens in dem Modus des Auto­pi­lo­ten, also unbe­wusst und je nach Emo­ti­ons- und Wer­te­sys­tem. Das gilt auch für Por­traitfo­tos und Pro­fil­bil­der. Es lohnt sich also, dar­über nach­zu­den­ken, was der Betrach­ter unbe­wusst emp­fin­den soll und in wel­che Schub­la­de sein Auto­pi­lot dich steckt.

be in mind Portraitfoto Checklist

Wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen der Wake Forest Uni­ver­si­ty haben eine Rei­he von Expe­ri­men­ten durch­ge­führt und her­aus­ge­fun­den, dass die lin­ke Sei­te des Gesich­tes die attrak­ti­ve­re ist. Man hät­te auch ein­fach Leo­nar­do Da Vin­ci stu­die­ren und sich mit dem wahr­schein­lich berühm­tes­ten Por­trait befas­sen kön­nen, der Gia­con­da, der Mona Lisa.

Die Pupil­len soll­ten mög­lichst groß sein, das erhöht die Attrak­ti­vi­tät und wird unter­schwel­lig als ver­trau­ens­wür­dig emp­fun­den. Beim Shoo­ting also auf zu grel­le Beleuch­tung ver­zich­ten, damit sich die Pupil­len nicht zusam­men­zie­hen. In der Nach­be­ar­bei­tung kann man mit zusätz­lich etwas pho­to­shop­pen.

Der Lim­bus Ring — das ist der Kreis am Ran­de der Iris an der Gren­ze zum Weiss des Auges soll­te mög­lichst dick sein. Auch das erhöht die Attrak­ti­vi­tät und strahlt Jugend­lich­keit und Gesund­heit aus. Da man nun­mal sei­nen Lim­bus Ring nicht ändern kann, hilft auch hier die Bild­be­ar­bei­tung.

Lächeln  — aber wie?

Lächeln ist ein ganz wich­ti­ger Fak­tor, domi­nant, intel­li­gent und freund­lich zu wir­ken. Aller­dings gibt es ganz unter­schied­li­che Aus­prä­gung, und “nicht” Lächeln kann auch ein State­ment sein. In bestimm­ten Bran­chen und ent­spre­chen­dem Umfeld, kann es ein Aus­druck beson­de­rer Kom­pe­tenz sein.

Ein star­rer, stren­ger Blick signa­li­siert Domi­nanz und wenig Freund­lich­keit. Mit einem neu­tra­len Gesichts­aus­druck posi­tio­niert man sich schwam­mig, unbe­deu­tend und belang­los, wenig inter­es­sant. Man soll­te also schon den Mut haben, sich klar zu posi­tio­nie­ren. Auf jeden Fall ist ein ange­deu­te­tes Lächeln immer rich­tig, damit man posi­tiv ankommt. Leicht ange­ho­be­ne Augen­brau­en ver­stär­ken die Ver­trau­ens­wür­dig­keit und wir­ken intel­li­gent und neu­gie­rig.

Auch hier gilt es, die Regel des Neu­ro­mar­ke­ting “Sex on the Brain” zu beach­ten: lächeln­de Män­ner wir­ken auf Frau­en weni­ger attrak­tiv, in der Regel, als Män­ner mit domi­nan­tem, stol­zem Gesichts­aus­druck. Bei Frau­en dage­gen funk­tio­niert Lächeln immer, sogar herz­li­ches Lachen. Männ­li­che Test­per­so­nen emp­fan­den das als beson­ders attrak­tiv und intel­li­gent.

Gene­rell ist der Blick in die Kame­ra rich­tig, aber nicht direkt in die Lin­se des Objek­tivs.

Ein Cocktail hilft

Die Stu­die zeigt, dass ein alko­ho­li­sches Getränk — beto­ne “ein Drink” — hilft, um locke­rer und damit sym­pa­thi­scher und freund­li­cher rüber­zu­kom­men. Wis­sen­schaft­ler füh­ren das auf die ent­span­nen­de Wir­kung gerin­ger Alko­hol­men­gen zurück. Die Stu­die zeigt auch, dass meh­re­re Drinks den gegen­tei­li­gen Effekt haben und die vom Betrach­ter emp­fun­de­ne Intel­li­genz redu­zie­ren.

Natür­lich sind das nur all­ge­mei­ne Emp­feh­lun­gen, die nicht auf jede Art von Por­traitfo­to anwend­bar sind. In der Per­so­na­li­ty Pho­to­gra­phy geht es um Natür­lich­keit und Unver­stellt­heit, ein­fach so sein, wie man sich wohl fühlt. Du magst kei­ne Kra­wat­ten, dann lass sie weg. Du trägst am liebs­ten Chucks, tra­ge sie.

Herz­li­che Grü­ße, Gun­dolf Sen­ne