Die Welt wird digi­tal, Innen­städ­te ver­öden. Digi­ta­li­sie­rung tötet die Stadt.

Wir wol­len alles besit­zen, kau­fen, sofort haben. Schu­he, Bücher, Lebens­mit­tel, gelie­fert in 24 Stun­den, bald per Droh­ne. Zwar liegt es erst ein paar Tage beim Nach­barn her­um und die Hälf­te wird wie­der zurück­ge­schickt. Egal, Haupt­sa­che geshop­ped. Die Fol­ge sind mit Paket­bo­ten ver­stopf­te Stras­sen und Leer­stand in der City. In frü­her beleb­ten Ein­kaufs­mei­len gibt es kei­ne Geschäf­te mehr. Wozu auch?

Für den Mar­ke­ter, spe­zi­ell die büro­kra­ti­schen Spe­zi­es in City-Mar­ke­ting Agen­tu­ren, stellt sich die Fra­ge: wie hole ich die Men­schen in die Stadt? Was kann das City-Mar­ke­ting von krea­ti­ven Mar­ke­ting-Agen­tu­ren, wel­chen Bei­trag kann Kunst leis­ten, die Innen­städ­te zu revi­ta­li­sie­ren?

Was hat Kunst mit Wirtschaftsförderung zu tun

Der Mar­ke­ter wird zum Wirt­schafts­för­de­rer. Der Mar­ke­ter weiss: man muss die Men­schen da abho­len, wo sie sich befin­den. Aber wie hole ich die User in der digi­ta­len Welt ab und beför­de­re sie als Shop­per in die Stadt? Geo-caching ist eine Mög­lich­keit. Das setzt aber vor­aus, dass sich in der Stadt über­haupt noch Res­te einer Shop­ping-Welt befin­den. Und wenn nicht? Vor die­sem Pro­blem ste­hen etli­che Städ­te auf der gan­zen Welt. In den USA erleb­te spe­zi­ell Detroit einen bei­spiel­lo­sen Nie­der­gang. Detroit ver­kam von einer pul­sie­ren­den rei­chen Mil­lio­nen Stadt zu einer zuneh­mend kri­mi­nel­len Ödnis.

Screenshot: Blog Bertelsmann-Stiftung, Wegweiser Kommune

Screen­shot: Blog Ber­tels­mann-Stif­tung, Weg­wei­ser Kom­mu­ne

Motown in Motion, Detroit nach der Pleite

An der Stel­le erweist sich Kunst als per­fek­tes Mar­ke­ting­in­stru­ment. In Detroit beset­zen Künst­ler leer­ste­hen­de Gebäu­de, ver­wan­deln Rui­nen in instal­la­tio­nen, las­sen mys­te­riö­se Bal­lons schwe­ben, gestal­ten Wän­de. Street Art, was man frü­her beschmie­ren nann­te. Städ­te wer­den von einem zweck­be­stimm­ten Ort zu einem Raum sinn­frei­er Poe­sie. Kein Zalan­do-DHL-Geknat­ter, nur Ruhe und vor allem Sinn­lo­ses. Das hat magne­ti­sche Wir­kung auf Men­schen. Plötz­lich hat irgend­je­mand den anti­quier­ten Gedan­ken, einen gei­len-brain-bur­ning Laden zu eröff­nen, in dem man tat­säch­lich Din­ge kau­fen kann. Und das Bes­te: man nimmt den Kram gleich mit. Wie geil ist das denn? Neben­bei wird Kunst zum Top-Sel­ler.

Fazit: Kom­merz beruht auf Krea­ti­vi­tät, und Kunst liebt Kom­merz.

Wenn Sie mehr wis­sen möch­ten über den Zusam­men­hang von Kunst und Stadt-Mar­ke­ting, schrei­ben Sie mir eine kur­ze Mit­tei­lung und nen­nen eine Zeit, zu der ich Sie anru­fen kann.

Herz­li­che Grü­ße,

Gun­dolf Sen­ne