Auf der Agen­da unse­rer ers­ten Geschäfts­füh­rer­sit­zung Anfang Janu­ar hat­ten wir neben den übli­chen Pla­nungs­the­men, die den Start eines neu­en Jah­res übli­cher­wei­se beherr­schen, auch die Fra­ge:

Sollen wir unseren Kunden die Möglichkeit bieten,

unsere Leistungen mit virtuellem Geld zu bezahlen?

Ernst­haft: unser Tages­satz beträgt 1,4252 Bit­co­ins  (Stand 7.Januar 2017, € 1.200,00), Auf­wand der Ent­wick­lung und Umset­zung einer Kam­pa­gne (bei­spiels­wei­se) beträgt 6 Tage, Gesamt­ho­no­rar: 8.5512 Bit­co­ins.

Klingt schräg, wird aber bald Nor­ma­li­tät sein, denn schliess­lich sind Bit­coin & Co. Wäh­run­gen wie Euro, Dol­lar, D-Mark, Rubel usw., und ihr Echt­zeit-Wert rich­tet sich nach Ange­bot und Nach­fra­ge, wird also gebil­det an inter­na­tio­na­len Bör­sen oder vir­tu­el­len Bör­sen­plät­zen.

Vir­tu­el­le Zah­lungs­mit­tel sind allen zugäng­lich, Pri­vat­per­so­nen, Unter­neh­men, Staa­ten.  Es spricht also nichts dage­gen, dass wir uns Gedan­ken machen, vir­tu­el­les Geld als Zah­lungs­mit­tel zu akzep­tie­ren. Wir sind schliess­lich eine Agen­tur mit dem Leis­tungs­schwer­punkt Online-Mar­ke­ting und ent­wi­ckeln für unse­re Kun­den Digi­ta­le Mar­ke­ting­stra­te­gi­en.

Was ist eine virtuelle Währung?

Um sich dem The­ma zu nähern und Ihnen, den Lesern einen Über­blick zu geben, befas­sen wir uns mit den Basics. Die Digi­ta­le Wäh­rung Bit­co­ins wur­de im Jahr 2009 von Pri­vat­leu­ten ein­ge­führt als eine Alter­na­ti­ve zum tra­di­tio­nel­len Geld­sys­tem. Regie­run­gen und Zen­tral­ban­ken haben — noch — kei­ne Mög­lich­keit der Ein­fluss­nah­me. Bit­co­ins wer­den von Com­pu­tern anhand einer kryp­to­gra­phi­schen For­mel gene­riert. Ver­schlüs­se­lungs­tech­ni­ken machen das Kopie­ren oder Fäl­schen der Bit­co­ins unmög­lich. Da die Gesamt­sum­me auf 21 Mil­lio­nen Ein­hei­ten begrenzt ist, kann es eine Infla­ti­on von Bit­co­ins nicht geben. Die Begren­zung macht Bit­co­ins aller­dings auch hoch­at­trak­tiv für Spe­ku­lan­ten, da durch die Ver­knap­pung bei gestei­ger­ter Nach­fra­ge, der Wert explo­die­ren kann und die Gewin­ne in unge­ahn­te Höhen schnel­len kön­nen. Genau­so schnell, kann der Wert der Bit­co­ins aber auch wie­der ins Boden­lo­se fal­len. Die Erfah­run­gen mit vir­tu­el­len Wäh­run­gen haben gezeigt, dass die Schwan­kun­gen enorm sein kön­nen. Momen­tan ist also Vor­sicht gebo­ten. Unter­neh­men, die Bit­co­ins als Zah­lungs­mit­tel akzep­tie­ren, soll­ten den Markt genau ken­nen und mehr­fach täg­lich beob­ach­ten.

Wie erwirbt man Bitcoins?

Ganz ein­fach: an den Bör­sen zum aktu­el­lem Kurs. Alter­na­tiv haben sich Han­dels­platt­for­men eta­bliert, die wie Markt­plät­ze funk­tio­nie­ren, auf denen man Bit­co­ins von ande­ren Nut­zern kau­fen kann.

Sind Bitcoins sicher?

Für tech­ni­sche Sicher­heit sor­gen die Ver­schlüs­se­lungs­tech­ni­ken, die recht­li­che Sicher­heit einer Vir­tu­el­len Wäh­rung ist nicht geschützt. Da Bit­co­ins kein gesetz­li­ches Zah­lungs­mit­tel  sind, unter­lie­gen sie kei­ner staat­li­chen Kon­trol­le durch irgend­ei­ne Zen­tral­bank. Bit­co­ins basie­ren also auf Ver­trau­en, Ver­trau­en dar­auf, dass jemand ande­res das vir­tu­el­le Geld akzep­tiert. Es besteht kein Rechts­an­spruch. Eben­so gibt es kei­nen Mecha­nis­mus einer Ein­la­gen­si­che­rung.

Wo kann man Bitcoins einsetzen?

Bit­co­ins waren ursprüng­lich für den Ein­kauf im Inter­net ent­wi­ckelt. Inzwi­schen akzep­tie­ren aber auch Unter­neh­men vir­tu­el­le Wäh­run­gen für ganz nor­ma­le Trans­ak­tio­nen. Die Zahl ist noch gering, aber ste­tig wach­send. Des­halb beschäf­ti­gen auch wir uns, als inno­va­ti­ve Agen­tur, mit dem The­ma.

Massive Kursschwankungen

Nach der Ein­füh­rung 2009 bil­de­ten sich 2010 ers­te Wech­sel­kur­se. Das Jahr 2013 war von wil­den Kurs­schwan­kun­gen geprägt. Teil­wei­se schwank­te der Wert eines Bit­co­ins in kur­zer Zeit zwi­schen 600 und 1.200 US-Dol­lar. Die Schwan­kun­gen kön­nen inner­halb weni­ger Stun­den dra­ma­tisch sein: Am 6. April 2014 schwank­te der Wert zwi­schen einem Tages­hoch von 736,65 Euro und einem Tages­tief von 301,17 Euro.

Wer Bit­co­ins als Zah­lungs­mit­tel akzep­tiert, braucht also ein gutes Finanz­ma­nage­ment und star­ke Ner­ven.

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Herz­lichst,

Gun­dolf Sen­ne